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Ratgeber · Teakmöbel

Jepara — die Hauptstadt der Teakmöbel, von der Sie noch nie gehört haben

16. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit

Hätten Möbel ihr Bordeaux — eine Region, deren Name für sich allein schon eine Garantie ist — sie hieße Jepara. Die kleine Hafenstadt an der Nordküste Javas lebt seit Jahrhunderten von einem: Teakholz und dem, was sich daraus mit den Händen machen lässt.

Wir schreiben über sie nicht aus dem Reiseführer. Im August fahren wir selbst dorthin — um die Werkstätten auszuwählen, mit denen Sari Bali über Jahre zusammenarbeiten wird. Dieser Beitrag ist die Ankündigung dieser Reise und eine kurze Geschichte des Ortes, aus dem unsere Möbel kommen werden.

Eine Stadt, in der jedes zweite Haus eine Werkstatt ist

Schätzungen zufolge arbeiten in Jepara und Umgebung Tausende Möbelwerkstätten — von Zwei-Personen-Familienbetrieben bis zu großen Manufakturen. Das Handwerk geht hier seit Generationen vom Vater auf den Sohn über, und die lokale Schnitztradition (ukir Jepara) reicht zurück bis ins 16. Jahrhundert und die Herrschaft der Königin Ratu Kalinyamat, unter der die Stadt zum wichtigsten Hafen Javas wurde. Ein Detail am Rande: Der islamischen Tradition folgend schnitzen die Holzschnitzer Jeparas ausschließlich Blüten, Blätter und Ranken — nie Figuren —, was ihr filigranes Rankenwerk von der figürlichen Schnitzerei Balis unterscheidet.

Das Ergebnis? In Jepara gibt es keine anonymen Möbel. Jeder Tisch hat seine Werkstatt, jede Werkstatt einen Namen. Genau das Modell, an das wir glauben: Jedes Stück hat ein Gesicht.

Warum ausgerechnet hier? Drei Gründe

1. Das Holz

Java ist die Heimat des begehrtesten Teaks der Welt — darunter Holz von Plantagen, die seit der Kolonialzeit von der staatlichen Forstverwaltung bewirtschaftet werden. Ausgereiftes javanisches Teak hat dichte Jahresringe und einen hohen Gehalt an natürlichen Ölen, über die wir im Ratgeber zu Teakmöbeln geschrieben haben.

2. Die Hände

In Jepara sind traditionelle Holzverbindungen noch immer der Standard — Zapfen, Schwalbenschwänze, Dübel statt Schrauben und Beschläge. Ein solches Möbelstück lässt sich nach Jahren zerlegen, reparieren, weitervererben. Das ist Handwerk in seiner reinsten Form, ebenso überprüfbar wie echtes Kunsthandwerk aus Bali.

3. Faire Lieferketten

Indonesien hat als erstes Land der Welt ein von der EU anerkanntes Lizenzsystem für legales Holz eingeführt (SVLK/FLEGT). Wer Teak aus Jepara mit Papieren kauft, weiß: Es stammt nicht aus Raubbau — und wir als Importeur übernehmen die Pflichten aus der EU-Verordnung EUDR.

Vom Stamm zum Tisch — wie es wirklich abläuft

Der Prozess, den wir im August vor Ort sehen (und zeigen) werden:

  1. 1.Holzauswahl im Lager — abgelagerte Bohlen, Beurteilung von Maserung und Feuchte.
  2. 2.Anreißen und Zuschnitt — der Entwurf wird aufs Brett übertragen, geschnitten wird mit Zugabe.
  3. 3.Verbindungen — von Hand „trocken" eingepasst, bevor der Leim ins Spiel kommt.
  4. 4.Schnitzen — wenn der Entwurf es vorsieht; in Jepara ist das ein eigenes Fach.
  5. 5.Schliff und Ölen — mehrfach, bis die Textur „erwacht".
  6. 6.Ablagern des fertigen Möbels — bevor es für die 6–8-wöchige Seereise nach Europa in den Container geht.

Was Sie davon in Polen haben werden

Sari Bali bringt aus Jepara die erste Möbelkollektion mit: Tische, Bänke, Beistelltische und kleine Objekte aus massivem Teak — jedes mit einer Beschreibung der Werkstatt, aus der es stammt. Ohne Zwischenhändler, ohne Anonymität, mit vollständiger Herkunftsdokumentation des Holzes.

Häufige Fragen

Sind Möbel aus Jepara dasselbe wie „Kolonialmöbel"?
Nein. „Kolonial" ist ein Stil (oft dunkle Beize und Massenproduktion). Jepara ist ein Ort und eine Methode — handwerkliche Möbel aus massivem Teak, in jedem Stil: vom geschnitzten bis zum minimalistischen.
Wie lange ist ein Container von Indonesien nach Europa unterwegs?
Meist 6–9 Wochen auf See, plus Zollabfertigung. Deshalb bestellen wir unsere erste Kollektion im August und eröffnen den Shop im Herbst.
Braucht ein solches Möbelstück in unserem Klima besondere Pflege?
Nein — Teak verträgt unsere Bedingungen hervorragend. Ein trockenes Tuch und optionales Ölen alle 6–12 Monate genügen.

Der Shop öffnet im Herbst 2026 — der erste Container wird gerade gefüllt.

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