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Lexikon

Die Materie der Insel

Acht Rohstoffe, aus denen alles entsteht, was wir mitbringen — vom Holz des Regenbaums bis zum Wachs des Batiks. Lernen Sie die Materie kennen, bevor Sie sie in die Hände nehmen.

SuarSamanea saman

Der Regenbaum (rain tree) — mit einer Krone, die oft breiter ist, als der Baum hoch ist, bis zu dreißig Meter Spannweite. Seine Blätter falten sich zur Nacht und vor dem Regen zusammen, als schliefe der Baum selbst ein.

Verschlungene, sich kreuzende Fasern bewahren Suar davor, im trockenen Klima zu reißen — deshalb lieben ihn Bildhauer und Importeure jenseits der Tropen. Die gewellte Maserung von Honig bis Bitterschokolade wiederholt sich in keinem Brett zweimal.

Möbel
TeakTectona grandis

Das Holz, aus dem einst die Decks der Ozeanschiffe gebaut wurden — der Goldstandard überall dort, wo Beständigkeit gegen Wasser und Salz zählte. Natürliche Öle (Tectochinone) wirken wie eine eingebaute Imprägnierung, und Kieselsäure schützt vor Rissen im Wechsel von Nässe und Trockenheit.

Das wertvollste Teak wächst auf Java, auf Plantagen, die schon Anfang des 19. Jahrhunderts von den Niederländern angelegt wurden und heute von der staatlichen Forstverwaltung Perhutani betreut werden. Ein klassisches Möbelstück entsteht aus einem Baum, der sechzig bis achtzig Jahre gewachsen ist.

MöbelDer Teak-Ratgeber
Rattan

Eine Lianenpalme, die im Dschungel hundert Meter Länge erreichen kann. Von Hand geschnitten, gedämpft und gebogen, wird sie zu Leuchten, Spiegeln und Sesseln.

Indonesien ist der größte Rattanproduzent der Welt — rund achtzig Prozent des globalen Angebots, mit über dreihundert Arten, die vor allem auf Kalimantan und Sulawesi wachsen. Das lebendige Geflecht lässt Licht durch wie Blattwerk; deshalb werfen Rattanschirme einen Schatten, der einen Raum in der Dämmerung in einen Garten verwandelt.

Leuchten
Wasserhyazintheeceng gondok

Auf den Flüssen und Seen Javas ist sie ein invasives Unkraut — sie wuchert so schnell, dass sie die Fischerei erstickt und dem Wasser den Sauerstoff nimmt. Und doch entsteht aus dieser Plage ein Material: Die Ernte der Stängel entschlammt zugleich den See.

In der Sonne getrocknet und flachgepresst, werden die Stängel zu einem dicken, weichen Zopf gedreht. Körbe aus Eceng Gondok duften nach Heu und Sonne — das „wohnlichste“ aller Geflechte: wärmer als Weide, haltbarer, als es scheint. Ein Ding, das das Wasser reinigt, bevor es in Ihr Zuhause gelangt.

Flechtwerk
Flussstein und Onyx

Die Waschbecken von Sari Bali beginnen ihr Leben als Findlinge in den Betten balinesischer Flüsse. Über Wochen geschliffen, bewahren sie die Kühle und das Gewicht des Elements.

Bali hat auch seinen eigenen Tempelstein — Paras, einen weichen vulkanischen Tuff, aus dem seit Jahrhunderten Götterstatuen gehauen werden. Onyx (der indonesische wird u. a. in Tulungagung auf Java abgebaut) ist ein durchscheinender Stein, der, von innen beleuchtet, wie der Mond leuchtet. Daher der Name unseres Waschbeckens: Bulan.

Bad
Sandstein aus Sumba

Frisch gebrochen ist er weich und härtet mit jedem Jahr aus — die Handwerker sagen, der Stein „schlafe“ in der Form ein, die man ihm gegeben hat.

Figuren aus Sandstein tragen eine kühle, mineralische Ruhe. Regen kann ihnen nichts anhaben; er fügt nur weitere Schichten Patina hinzu.

Skulpturen und Figuren
Batik

Ein Muster, mit heißem Wachs auf den Stoff gezeichnet, das den Farbstoff abweist — daher der Name, abgeleitet vom javanischen „Schreiben mit Punkten“. Batik tulis wird über Wochen von Hand mit dem Canting-Werkzeug gezeichnet; Batik cap wird mit einem Kupferstempel gedruckt. Die UNESCO nahm den indonesischen Batik 2009 in ihre Liste des Kulturerbes auf.

Echten Batik erkennen Sie daran, dass das Muster auf beiden Seiten des Stoffes gleich deutlich ist. Ein Druck zeigt sich nur auf einer. Und wenn Sie ein noch selteneres Gewebe suchen, lesen Sie über Geringsing — Indonesiens einziges doppelt gewebtes Tuch.

TextilienÜber Geringsing
Kokos und Sandelholz

Eine Kokosschale, zum Glanz dunklen Glases poliert, wird zur Schale für den Morgen. Nichts wird verschwendet — ein Grundsatz der Insel, keine Mode.

Sandelholz (auf Balinesisch cendana) ist der Duft der Tempel: warm, cremig, geduldig. Daneben bergen balinesische Räucherstäbchen Gaharu — das dunkle, duftende Harz, das ein verwundeter Adlerholzbaum zur Abwehr eines Pilzes bildet. Die Welt kennt es als Oud.

RäucherwerkÜber Räucherwerk aus Bali