Ratgeber · Handwerk & Interieur
Keramik aus Pejaten — Ton, Feuer und Reisstroh
31. August 2026 · 5 Min. Lesezeit
In der Region Tabanan, fern vom touristischen Trubel, liegt Pejaten — ein Dorf, in dem Ton noch ein Element ist, kein Industrierohstoff. Er wird von Hand auf der langsam gedrehten Scheibe geformt und im Feuer aus Reisstroh gebrannt. Es ist einer jener Orte, an denen sich das Handwerk seit Generationen nicht verändert hat.
Ein Dorf, das aus Ausgrenzung entstand
Pejaten hat eine unerwartete Geschichte. Im alten Bali galten Töpfer als „unrein" und wurden aus den traditionellen Dörfern ausgeschlossen — sie mussten sich in eigenen Siedlungen zusammenfinden, wie eben Pejaten. Was mit Zurückweisung begann, wurde mit der Zeit zur Quelle des Stolzes: Heute ist das Dorf für seine Keramik in ganz Indonesien berühmt.
Ton, Feuer, Reis
Die Technik ist überraschend einfach — und genau darin liegt ihre Schönheit:
- Die langsame Töpferscheibe, von Hand gedreht, nicht elektrisch — der Töpfer spürt den Ton, statt ihn zu zwingen.
- Der Brand im Feuer aus Reisstroh — derselbe Reis, der auf Bali die Göttin Dewi Sri ist, leiht sein Feuer, um die Gefäße zu brennen. Das Stroh erzeugt die charakteristischen, unregelmäßigen Verfärbungen.
- Traditionelle Farben — Blau, Braun, Grün — und die natürliche, erdige Terrakotta ohne Glasur.
Vom Tempelziegel zur Schale auf dem Tisch
Seit den 1970er-Jahren werden in Pejaten Terrakotta-Dachziegel (genteng) gefertigt, die die Dächer balinesischer Tempel und Häuser schmücken. Daneben entstehen zeremonielle Gefäße für hinduistische Rituale sowie Gebrauchs- und Zierkeramik: Schalen, Vasen, Blumentöpfe.
Die Keramik aus Pejaten trägt dieselbe Philosophie in sich, die im ganzen balinesischen Handwerk sichtbar wird: ein Gegenstand aus Erde, von der Hand geformt, gebrannt mit dem Feuer vom Reisfeld. Kein Wunder, dass er taksu in sich trägt — die spirituelle Energie, die Kunsthandwerk von der Fabrikkopie unterscheidet.
Häufige Fragen
- Was unterscheidet balinesische Keramik von Fabrikware?
- Sie wird von Hand auf der langsamen Scheibe gedreht und oft im Feuer aus Reisstroh gebrannt, was unregelmäßige, natürliche Verfärbungen erzeugt. Fabrikkeramik ist perfekt gleichmäßig und maschinell glasiert — ihr fehlt diese „lebendige" Textur.
- Eignet sich Keramik aus Pejaten für Lebensmittel?
- Zeremonielle und dekorative Gefäße — ja. Für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln sollten Sie sich über Glasur und Brand vergewissern; traditionelle, unglasierte Terrakotta eignet sich am besten als Dekoration, Blumentopf oder Obstschale.
- Wie entstand das Töpferdorf Pejaten?
- Aus historischer Ausgrenzung — Töpfer galten im alten Bali als „unrein" und siedelten in eigenen Dörfern. Pejaten machte daraus mit der Zeit eine Quelle des Stolzes und keramischen Ruhms.
Der Shop öffnet im Herbst 2026 — der erste Container wird gerade gefüllt.
Dem Ersten Kreis beitretenDie Liste kauft zuerst — 48 h vor Eröffnung
