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Ratgeber · Handwerk & Interieur

Die Handwerkerdörfer Balis — wo jeder Gegenstand geboren wird

27. August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Auf Bali hat das Handwerk eine Adresse. Man fragt nicht „wo bekomme ich eine gute Schnitzerei", sondern „aus welchem Dorf ist sie". Seit Generationen haben sich einzelne Orte so tief auf eine Sache spezialisiert, dass ihre Namen zur Garantie wurden — wie Bordeaux für den Wein. Hier ist die Landkarte, die Sie kennen sollten, bevor Sie irgendetwas „aus Bali" kaufen.

Denn echtes Kunsthandwerk lässt sich immer verorten. Kann der Verkäufer nicht sagen, aus welchem Dorf ein Stück stammt — dann ist das jenes Warnsignal, über das wir im Text über das Erkennen des Originals schreiben.

Celuk — Silber und Gold

Dreißig Minuten von Ubud liegt Celuk, das Silberdorf Balis. Die Goldschmiedetradition reicht hier bis in die Epoche von Majapahit zurück, und Anfang des 20. Jahrhunderts betrieb fast jeder Hof das Schmiedehandwerk. Charakteristisch ist die Arbeitsteilung: Ein Stück durchläuft fünf bis sechs Paar Hände, jedes Meister eines anderen Schrittes. Wir widmen dem einen eigenen Text über das Silber aus Celuk.

Mas — Holzschnitzerei

Mas — wörtlich „Gold" — ist das Dorf der Bildschnitzer, gleich südlich von Ubud. Seit den 1930er-Jahren ist es das Herz der balinesischen Schnitzkunst; fast jeder Hof ist mit ihr verbunden. Von hier stammten die größten Meister, etwa Ida Bagus Tilem — der erste, der natürlich verwachsenes Holz nutzte, um abstrakte Emotionen zu schnitzen. Die bevorzugten Hölzer sind nangka (Jackfruchtbaum), suar und weißer Hibiskus.

Pejaten — Keramik und Terrakotta

In der Region Tabanan liegt Pejaten, das Töpferdorf. Hier entstehen zeremonielle Gefäße, Terrakotta-Dachziegel, die die Tempel schmücken, und Gebrauchskeramik — auf langsam gedrehten Handscheiben, gebrannt im Feuer aus Reisstroh. Über dieses Dorf schreiben wir mehr im Text über balinesische Keramik.

Tenganan — geringsing und ata-Körbe

Im Osten Balis liegt Tenganan Pegringsingan — das Dorf der Bali Aga, der indigenen Bevölkerung aus der Zeit vor Majapahit. Es ist der einzige Ort der Welt, an dem geringsing gewebt wird, das doppelt gewebte Tuch, das über Jahre entsteht. Hier entstehen auch die Körbe aus ata-Farn, geräuchert über Kokosschalen — davon handelt unser Text über Flechtwerk.

Jepara — Teakmöbel

Zwar liegt es nicht auf Bali, sondern auf Java — doch keine Handwerkskarte darf Jepara auslassen, die Stadt, die offiziell „Weltzentrum der Schnitzkunst" genannt wird. Von dort kommen unsere Möbel aus massivem Teak. Die Geschichte dieses Ortes erzählen wir im Text über Jepara, die Hauptstadt der Teakmöbel.

Im August besuchen wir diese Dörfer persönlich — und kehren mit Porträts der Handwerker und Geschichten direkt aus den Werkstätten zurück. Erst dann füllt sich diese Landkarte wirklich.

Häufige Fragen

Warum sind die Handwerke auf Bali an Dörfer gebunden?
Es ist eine jahrhundertealte Tradition — das Können wurde innerhalb des Dorfes von Generation zu Generation weitergegeben, bis ein Ort zum Meister eines Handwerks wurde. Heute ist der Dorfname eine Garantie für Herkunft und Qualität.
Welches Dorf steht für welches Handwerk?
Kurz gefasst: Celuk — Silber, Mas — Holzschnitzerei, Pejaten — Keramik, Tenganan — geringsing-Gewebe und ata-Körbe, Batubulan — Steinbildhauerei. Auf Java: Jepara — Teakmöbel.
Kann ich diese Dörfer als Tourist besuchen?
Ja, die meisten empfangen Besucher und öffnen ihre Werkstätten. Es ist der beste Weg, Kunsthandwerk an der Quelle zu kaufen und zu sehen, wie es wirklich entsteht.

Der Shop öffnet im Herbst 2026 — der erste Container wird gerade gefüllt.

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